Ein hervorragendes Kirchenkonzert

02. Januar 2009

Lob und Anerkennung gebuehrt dem jungen Dirigenten
Manuel Haupt
Zum Kirchenkonzert hatte der Liederkranz Dotternhausen am vergangenen Wochenende in die Dorfkirche St. Martinus geladen, und obwohl der Konzerttermin auf den Abend des dritten Adventssonntages gefallen war, wollten sich die Saengerinnen und Saenger mit ihren Vortraegen thematisch nicht an der Vorweihnachtszeit orientieren. Vielmehr sollte die Musik als Moeglichkeit der Besinnung im Mittelpunkt stehen, weshalb sakrale Originalkompositionen aus der Zeit der fruehen Klassik auf dem Programm standen.
Unter der musikalischen Gesamtleitung von Manuel Haupt und verstaerkt durch das Streichensemble der Musikhochschule Trossingen erfuellte der gemischte Chor samt Solisten die Dotternhausener Kirche mit Musik von Bach bis Mozart.


Vor allem Letzterem galt das besondere Augenmerk von Chor, Solisten und Musiker, bildete doch Mozarts im Jahre 1777 entstandene, auch Loretomesse genannte Messe in B-Dur den fulminanten Hoehe- und Schlusspunkt des Konzertes.
Dem voran gegangen waren weitere, in der Fruehklassik anzusiedelnde Werke, darunter das Konzert fuer Floete und Orchester von Carl Philipp Stamitz.
Mit ihrem heiteren und scheinbar muehelosen Spiel erinnerte die Solofloetistin hierbei an das froehliche Zwitschern eines Vogels und beeindruckte ihr Publikum mit der schier ungeheuren Leichtigkeit, mit der sie ihrem Instrument warme Toene entlockte.
Warm und ausgewogen praesentierte sich auch der gemischte Chor des Dotternhausener Liederkranzes, der sich, begleitet und eingerahmt von imposantem Orgelspiel, die fuer Kirchen so typische, nahezu perfekte Akustik zu Nutzen machte und seinen Konzerteinstand von der Empore aus gab.
So huellte der Chor die Zuhoerer nach und nach in die andaechtigen und wuerdevollen Klaengen von Bachs bekanntem Choral Jesu bleibet meine Freude ein, wodurch selbst die Zuhoerer auf den etwas entlegeneren Plaetzen in den Bann des vollmundig aufsingenden Chores gezogen wurden. Geradezu gewaltig schien im Gegensatz dazu Mozarts Messe in B-Dur anzumuten, trafen sich hier doch mit Streichern, Solisten und Chor saemtliche Akteure des Abends zum grossen und finalen Glanzpunkt.
Im Zusammenwirken mit Orchester und den vier gesanglichen Soloparts hatten die Dotternhausener Saengerinnen und Saenger die Gelegenheit, ihre gesamte, reichhaltige Konzerterfahrung auszuspielen, galt es doch waehrend der ueberaus schwierigen Messe nicht nur als Chor zu harmonisieren, sondern sich gleichzeitig mit den weiteren musikalischen Protagonisten abzustimmen.
Heiter und ungezwungen klingend praegten vor allem in recht hohen Tonlagen gehaltene Passagen den Charakter der Messe.
Gerade hier kamen die gut geschulten und erfahrenen Stimmen des Dotternhausener Chores zum Tragen, denn sie meisterten diese hohen Abschnitte ebenso souveraen wie auch die vielen mehrstimmig gehaltenen, von Streichern und Orgel umrahmten Stellen.
Trotz dieses grossen Schwierigkeitsgrades gelang es Chor, Solisten und Orchester, sich nicht gegenseitig zu uebertoenen, sondern sich zu ergaenzen und zu stuetzen und so die unvergleichliche Besonderheit der Messe zum Strahlen zu bringen.
So wurde der Liederkranz Dotternhausen seinen eigenen Anforderungen an den Konzertabend gerecht und bescherte seinen Zuhoerern einen Abend der Besinnung auf unverfaelschte, unzensierte und hautnah miterlebte Kirchenmusik, welche die besondere Klasse des Chores betonte und unterstrich.

Foto:
Unter Leitung von Manuel Haupt musizierte der Liederkranz Dotternhausen in der St.

Martinuskirche gemeinsam mit Streichern und Solisten der Trossinger Musikhochschule.